Kurzbiografie

Meine Kurzbiografie

Anda van da Wiem

Am Anfang steht da die Geburt ins Haus, so wurde ich am 5. Dezember 1973 in Kufstein als erster Sohn des Bergbauern Johann Klingler und seiner Ehefrau Gertraud geboren, mein Bruder wurde dann am 29. Februar 1976 geboren.

So wuchsen mein Bruder und ich in dem idyllischen Ort Thierbach auf. Zwar zankten mein Bruder und ich uns des Öfteren aber das gehört ja auch dazu. Wir wurden schon sehr früh selbstständig, da unsere Mutter, als ich ca. 7 Jahre alt war, immer wieder nach Innsbruck musste, um dort eine Blutwäsche zu erhalten.

Da wir aber eine gute Nachbarschaft hatten, konnten wir zu Mittag immer zum Nachbarn gehen. Es war damals schon eine harte Zeit. Als ich dann 10 Jahre alt war, starb unsere Mutter an Leukämie. Es war ein sehr trauriger Tag für uns Kinder und auch für unseren Vater. Es dauerte dann eine Zeit, bis unser Vater wieder Interesse fürs weibliche Geschlecht entwickelte.

Für uns war dies sehr angenehm, da wir nie zum Schlafengehen aufgefordert wurden. Doch dann lernte er eine Frau kennen, die anfangs sehr nett war, der ich aber nie zugetan war. So hatte ich mit dieser Frau, unserer Stiefmutter, immer meine Probleme. Sie versuchte zwar, mich immer wieder in ein Erziehungsheim zu stecken, was ihr aber nicht gelang. So machte ich die Hauptschule zu Ende und absolvierte dann das neunte Schuljahr in der LLA Rotholz. Ich interessierte mich schon früh für die Elektrik und so begann ich dann eine Lehre als Elektriker in Wörgl.

Die ersten Jahre vergingen im Flug, da ich mit dem Nachbarn zur Arbeit fahren konnte. Leider verließ er dann dieses Unternehmen und der Weg zur Arbeit wurde deutlich mühsamer. Mit 16 Jahren erfuhr ich vom Vater, dass er ein Magengeschwür hat. Ich hatte damals noch keine Ahnung vom Gesundheitswesen und interessierte mich auch nicht dafür. Mit 17 Jahren erfuhr ich dann von meiner Stiefmutter, dass unserer Vater an Magenkrebs erkrankt ist und nur noch 14 Tage zu leben hat. Auch Nachbarn wussten von dieser Nachricht und brachten meinen Bruder und mich zu unserem Vater in das Krankenhaus Kufstein. Der Geruch in seinem Zimmer war sehr übel und dann kam der Tag wo wir erfahren mussten, dass unser heiß geliebter Vater gestorben ist.

So ging das Leben mit unserer Stiefmutter mehr schlecht als recht ein Jahr weiter. Dann waren mein Bruder und ich allein auf dem Hof. Wir machten fast alles selber. Natürlich hatte ich keine Person mehr, die mir etwas verbot. So waren Alkohol und Nikotin zur damaligen Zeit mit Kollegen groß im Kurs. Was ich damals noch nicht ahnte, war die Krankheit. Snowboarden und Eislaufen gingen einfach nicht so wie bei den anderen, aber dem wurde damals noch keine Aufmerksamkeit geschenkt. Wobei ich aber damals schon scheiterte, war die Arbeit. Ich versuchte mich immer wieder neu in einer Arbeit zu festigen, was aber nie lange dauerte, da irgendwas für mich nicht machbar war.

Im Alter von 23 ging ich immer wieder gerne laufen. Dabei wurde ich von einer guten Freundin beobachtet. Sie berichtete sofort von dem, was sie gesehen hatte ihrer Mutter, die einen Spezialisten in Kitzbühel kannte. Leider konnte dieser auch nichts Konkretes feststellen und verwies mich auf die Klinik in Innsbruck. Dort wurde ich dann gründlich untersucht, nach ca. 2 Jahren wurde mir die Diagnose Adrenomyeloneuropathie von einer Ärztin mitgeteilt. Ihre Aussage: Es gibt zwei Arten dieser Krankheit, die eine ist tödlich und die andere ist so wie bei dir. Mit dieser Aussage konnte ich damals noch nicht viel anfangen. So musste mein Leben dann irgendwie weitergehen.

Da ich von einer Arbeitsmöglichkeit in Schwaz erfuhr, war es für mich klar, auch dort zu wohnen. So begann ich mit 25 Jahren in einer geschützten Werkstätte zu arbeiten. Leider wurde ich nicht meinen Fähigkeiten entsprechend eingesetzt, ich wurde einfach in eine Schublade gesteckt. Diese Arbeit war dann auch nicht von langer Dauer. So erfuhr ich dann von einer Schulung vom BFI, die den Namen” REDADY TO START” hatte. So machte ich dort einen neuen Berufswerdegang als Lagersachbearbeiter und bekam dann eine Arbeit.

Leider ging die Firma nach einem halben Jahr in Konkurs.  Da ich wieder Sehnsucht nach meiner Heimat Thierbach hatte, brach ich dann meine Zelte in Schwaz wieder ab. Ich bekam dann in der Wildschönau eine kleine Wohnung. Da es für mich nicht mehr einfach war zu gehen, aber doch noch etwas schaffen wollte, begann ich mit dem Ausbau der Almhütte meines Bruders. Nun kann ich sagen, ich habe jedes Jahr etwas reinstecken können, wenn es aus finanziellen Gründen auch nicht viel war, aber ich habe immer etwas schaffen können.

Events teilgenommen. So habe ich in diesem Jahr in Tiroler Tracht an der österreichischen Staatsmeisterschaft im Berglauf auf die Hohe Salve teilgenommen.
Was anfangs nicht geplant war, war dass wir einen Film (Lebensbiographie, Leben heißt Bewegen) im laufe von 2 Jahren von mir drehten. Dieser Film wurde dieses Jahr in die Wertung der Amateurfilmer eingereicht. Was wir aber nicht vermuteten: Dieser Film wurde in Österreich mit Gold ausgezeichnet. Auch nahm der Film im Herbst an der Verleihung des Internationalen Film-Festival Golden Diana am Klopeinersee in Kärnten teil, wo er die Diana in Gold gewann.
Auch habe ich in diesem Jahr erstmals eine Trainingspause von einem Monat aufgrund von Wadenkrämpfen gemacht. Was ich dabei aber nicht ahnte und dies aber nun kennen lernen musste, auch ich habe während der Pause an Kondition verloren. Dies wöllte ich vorerst nicht glauben, habe es aber im Training schmerzhaft erfahren müssen.

So begann ich mit der Filmvorführung in Bad Vigaun. Dabei war eine Dame aus der Stammzellentherapie anwesend, die mich dann sogleich auf meine Krankheit ansprach. Natürlich ist so eine Stammzellen-Therapie mit großen Kosten verbunden.  Auch im Komma Wörgl habe ich meine Filme vorführen dürfen. Die Leute, die diesen Film gesehen haben, waren danach sehr beeindruckt.

Im Winter 2013 nahm ich am Innsbrucker Sylvester teil. Danach begann ich mit dem Training für den Vienna Marathon den  Wings for Life World Run.  Begonnen hat die Laufsaison 2014 in Kitzbühel und dem Innsbrucker Frühlingslauf.  Der große Tag war der 13. April (Vienna City Marathon), auf den ich ein Jahr hingearbeitet hatte. Vor einem Jahr haben wir, also ein paar Bekannte und ich beschlossen, mich nicht mehr zu rasieren, da ich 2014 am Vienna Marathon den Andreas Hofer verkörpern wollte. Dass dies mit Kosten verbunden ist, kann sich jeder vorstellen. Aber ich habe es geschafft und als  Andreas Hofer am Vienna Marathon teilgenommen.  Das war damit nicht genug, auch am Wings for Life World Run war der Hofer wieder dabei. Diesmal nicht als Läufer, sondern als ehrenamtlicher Sammler für die Veranstalterorganisation Wings for Life. Viele Zuschauer haben insgesamt 850 € in meinen “Hoferhut“ an freiwillige Spenden gegeben. Was nun noch weiter passieren wird,  kann ich noch nicht sagen.  Am Innsbrucker Stadtlauf als Andreas Hofer habe ich wieder für Wings for Life gesammelt. Natürlich war ich auch am Breitenbacher Geländelauf und zum Frühlingsausklang beim Itterer Berglauf auf die Hohe Salve dabei.

Ich möchte mich bei all jenen Menschen bedanken, die mich so akzeptieren wie ich bin.
Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass Träume verwirklichbar sind. Man muss nur realistische Träume haben und die Latte nicht zu hoch legen.
Euer Andy